Dienstag, 24. Dezember 2013

Die Entdeckung des Staunens

Wenn sich ein Ding neben der Musik als roter Faden durch mein Leben gezogen hat, dann mein leidenschaftliches Interesse für Wissenschaft. Eigentlich war dieses immer größer als das für Musik. Und, auch wenn es seltsam klingt, auch weitaus emotionaler.
Und mit Wissenschaft meine ich hauptsächlich Physik. Ich habe schon immer eine immense Hochachtung vor dem Wunder der Welt gehabt und ich brauchte sie auch nie als Schöpfung zu sehen um zu staunen und vor Ehrfurcht vor der Schönheit, Komplexität und zugleich Einfachheit der der Welt innewohnenden Gesetzmäßigkeiten, dem perfekten Ballet aus Harmonie und Diskordanz Mund und Herz weit offen stehen zu lassen.

Vier Dinge aus meiner Kindheit haben wesentlich dazu beigetragen, dass ich die Welt immer voller Wunder empfand und einen Wald bezaubernd fand auch ohne mir vorzustellen, dass dort Elfen hausen: Das offene Herz meiner Mutter, die vielen Wanderungen mit meinem Vater, und zwei Serien.

Zuvorderst ist "Unser Kosmos" zu nennen, eine 13-teilige Serie mit dem genialen Carl Sagan. Leider wurde die Serie für's deutsche Fernsehen von 60 auf 43 Minuten pro Folge gekürzt, dennoch fesselte sie mich immer wieder vor den Fernseher. Ich konnte nicht genug bekommen, und in der Folge verschlang ich tonnenweise Bücher vor allem über den Weltraum, das Sonnensystem. Antrieb war eine unglaubliche, unstillbare Neugier wie die Welt im Inneren funktioniert, was "da draussen" ist, wie es am Anfang der Zeit war und so weiter. In der Folge wurden mir Fragen wichtiger als Antworten, denn sie stehen am Anfang fantastischer Reisen während Antworten, nun ja, das Ende derer sind.
Mit der Zeit wurden die Bücher anspruchsvoller, ich las Hawking, Einstein, Feynman, Fritzsch... Bücher über schwarze Löcher, Quantenelektrodynamik usw. Um hier eine klare Linie zu ziehen - nur die populärwissenschaftlichen Bücher, nicht die mit den tausend Formeln. Ich war zwar intelligent, aber kein Wunderkind. Ich hatte nur soooo viele Fragen, aber kein mathematisches Superhirn.

Deswegen bin ich auch kein hauptberuflicher Physiker geworden. Vor allem weil mir die Ausdauer fehlte um mich erfolgreich durch die höhere Mathematik zu kämpfen, die ein notwendiges Rüstzeug ist. Und weil ich immer alles zu "ästhetisch" gesehen habe, auch und vor allem in der Mathematik. Ich habe sie immer besser intuitiv verstanden, habe ihren Tanz gesehen, ihre Musik gehört, aber sie nie wirklich im Rechnen beherrscht. Ich konnte mir die ganzen Sätze nicht merken, habe aber das filigrane Gespinst nichtlinearer dynamischer Gleichungen bewundert.

Ich schweife ab.

Es gab noch einen zweiten großen und entscheidenden Faktor in "Unser Kosmos", und der führt zum eigentlichen Thema der Blogserie hier zurück - die Musik. Die Musik zu dieser Serie wurde zum größten Teil vom ollen Griechen Vangelis gemacht, und ist teils wunderschön. Vor allem dieses Leitmotiv hier: Hier wurde ein wesentlicher Grundstein gelegt für bestimmte Arten von elektronischen Klängen und vor allem Harmonien. Vieles, was ich in den Jahren danach so für mich entdeckte und erforschte, lässt sich auf dieses Leitmotiv zurückführen, das mich im Alter von ca. 13/14 Jahren so unbewusst geprägt hat.


Eine weitere Serie aus der Kindheit, die mich fesselte, tat dies zu einem nicht unwesentlichen Teil wegen des Vorspannes von Udo Jürgens. Ja, Udo Jürgens. Meine Güte, wenn ich das nachverfolge - James Last, Udo Jürgens, Vangelis... .das taugt nicht für eine Metal-Biographie, oder?
Jedenfalls die Serie hieß "Es war einmal der Mensch" und war ganz witzig und unterhaltsam gemacht und versuchte die Geschichte der Menschheit zu umreissen, auch um Zusammenhänge darzustellen, Parallelen und das für Kinder lustig aufbereitet. Aus meiner Sicht auf eine gelungene Art.
Hier der Vorspann:


Ach ja Nachtrag zum letzten Mal: James Last ist eine coole Socke, nicht umsonst taucht er mit "The lonely Shepherd" auch im Soundtrack von Kill Bill Vol.1 auf. Wenn James Last cool genug für mich ist, dann auch für Quentin Tarantino. So.

Freitag, 20. Dezember 2013

Die frühen Jahre, ein Anfang

In den Lebensjahren 0 bis sagen wir mal 10 (grob), haben mich vor allem die Sachen geprägt, die im Elternhaus so vor sich gingen. Bei Freunden habe ich keine Musik gehört, selber Musik gesucht habe ich nicht.

Zwei Dinge habe ich selber gemacht: Zum einen war es die obligatorische Blockflöte, an die ich allerdings einfach keine Erinnerungen habe, und das ist vermutlich ganz gut so. Zum anderen war es ein Schulchor, der Volks-, Heimat- und Wanderlieder gesungen hat. Das Übliche eben, "Hoch auf dem gelben Wagen" und so Klassiker eben. Aber es gab tatsächlich ein Lied, das ich damals abgöttisch geliebt habe und mir heute noch in Erinnerung ist: "Heute wollen wir das Ränzlein schnüren": YouTube Link


Im Elternhaus war fast ausschliesslich Schlager angesagt. Klar, es waren die 70er. Mein Vater hatte seine Rock'n'Roll Phase hinter sich, einen Plattenspieler für seine Platten hatten wir nicht. Nur Kassettenrekorder und den Fernseher als Schallquelle. Wenn nicht gerade Weihnachten war, liefen vor allem Peter Alexander, Udo Jürgens und Roger Whittaker, aber auch eher selten. Das meiste lief eigentlich auf Autofahrten, sei es zu Verwandten, sei es in den Urlaub. Aber ehrlich gesagt war da nicht viel, an das ich mich bleibend erinnere. Bis auf ein Stück, an das ich die Erinnerung habe es gehört zu haben in einer Nachtfahrt aus dem Urlaub heim, irgendwo in den Bergen. Es ist von James Last. Ja, der mit der Big Band, der allen möglichen Schmalz recht schmalzig in seinen "Happy Sound" geprügelt hat.
Aber er hat auch Sachen selber geschrieben, recht sehr viele sogar. Einige kennt man bewusst oder eher unbewusst, viele davon sind von fragwürdiger Substanz, aber dieses hier hat es mir mehr als angetan, es hat mich verzaubert - Biscaya (YouTube)

Es war das erste Lied, bei dem ich einen "Fenster-Moment" hatte. So, als wäre man in einem muffigen, dunklen, kleinen Raum und auf einmal wird ein Fenster aufgestossen und es scheint der helle Tag vor grandioser ewig weiter Landschaft und die kühle, klar Luft durchströmt einen. Einen Moment, in dem sich die Welt, die man so im inneren Auge ständig vermisst, vergrößert.
Dieser Moment ist hier im Video bei 1:05 bis ca. 1:40.
Mir ist völlig unklar, ob man das nachvollziehen kann, aber für mich war er ein entscheidender. Das Stück ohnehin ist recht offen und klingt wirklich "groß" und maritim und nach Weite. Aber in diesem Teil stößt Last eine Tür auf. Großartig! Aber nichts vergleichbares, nicht mal annähernd, von James Last gefunden. Ein Solitone quasi.
Auch wenn ich mich um Kopf und Kragen schreibe, aber das Stück hier ist kein "Guilty Pleasure", kein Unfug aus Kindertagen, zu diesem Stück stehe ich auch heute noch 100%. Es bewegt mich und rührt mich hin und wieder zu einer kleinen Träne, trägt mich fort an andere Orte und bläst mir frische Luft in meine Lungen.


Aber eigentlich hat mich am meisten das geprägt und ist mir in Erinnerung geblieben, was im Fernsehen lief. Filmmusiken, Titelsongs von Serien. Einige Sachen seien exemplarisch herausgegriffen:


Vladimir Cosma - Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh

Sergio Leone - The good, the bad and the ugly one

Karel Svoboda - Pinocchio, Opening

Christian Bruhns - Captain Future Soundtrack

Christian Bruhns - Sindbad Opening

Audrey Hepburn - Moon River Und viele, viele weitere solcher Filme, sei es mit Doris Day, Liz Taylor, Dean Martin, Fread Astaire... Sonntag nachmittags gab es meistens eine schöne Schwarzweiss-Ami-Schnulze *seifz* So schön...

Lubos Fiser - Die Märchenbraut Eigentlich auch so schon genialer Spaß. Es geht darum, dass durch ein paar magische Artefakte Leute von der "Echten" in die Märchenwelt können und andersrum. Und die richten abwechselnd wirklich haarsträubenden Unsinn an, inklusiver Verschwörung, Verwechslungen, Bedrohung/Rettung der Welt. Running Gag: in der "Echten" Welt ist ein Märchenerzähler im Fernsehen, der die Märchen vorliest. Und je nach Einmischungsgrad triften die tatsächlich komplett in's Absurde ab.
Müsste ich mich jetzt nochmal anschauen, als Kind war es ein brillianter Spaß aus Tschechien. Wie ohnehin so viel zu dieser Zeit (Ende 70'er, Anfang 80'er). Auch Luzie, der Schrecken der Straße (mit den Knetmännchen), und Pan Tau...

Alexander Courage - Star Trek


Zu Christian Bruhns und Karel Svoboda ist noch mehr zu sagen - die haben irgendwie die Hälfte aller 70'er Jahre Kinder-Soundtracks "verbrochen".

Karel Svoboda: Aus seiner Feder stammen auch das um Weihnachten unausweichliche Drei Nüsse für Aschenbrödel, Wickie, die ikonische Biene Maja, und das unglaublich schöne Titellied von Nils Holgerson

Christian Bruhns: Heidi, Sindbad, Wickie (Titellied), aber auch Marmor, Stein und Eisen bricht, Zwei kleine Italiener.... Ich muss gestehen - ich habe die Soundtrack CD zu Captain Future, und ich habe sie mir als Erwachsener gekauft. Und sie ist klasse! Er hatte den Auftrag die komplette Serie neu zu vertonen und er hat sie von einem recht drögen typisch japanischem 70er Soundtrack in's nächste Jahrhundert katapultiert. Der Soundtrack ist auf höchstem Niveau produziert und komponiert und bietet eine einheitliche Soundsprache mit modernen Elementen, die trotzdem teilweise zeitlos gehalten sind. Leicht funky (mit typischer Gitarre und Slap-Bass) und doch mit markanter und Science-Fiction typischen Keyboard-Sounds.


So, ich mache hier mal Schluß. Ich habe mir zwar vorgenommen die Sachen strukturiert und mit einem konsisten Narrativ hier fast schon journalistisch aufzuarbeiten, aber das ist mir vom Krankenbett aus deutlich zu mühsam. Deswegen wird es ab jetzt ein eher unstrukturiertes, episodales "Abkippen" von Zeugs.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Auf geht's!

Lange nichts gepostet. Jetzt wieder mehr, vermutlich werde ich viel Schreibbedürfnis haben. Warum? Kurzabriss: Erneuter Tumor (der 5. seit 2006), nicht operabel, also Bestrahlung/Chemo und hoffen. Und in zwei Tagen beginnt die Tour de Force. Ich habe mir vorgenommen in der Zeit meine mehr oder weniger gesamte Musik-Geschichte hier irgendwie abzubilden. Von der Fragestellung her hauptsächlich das, was meinen Musikgeschmack und Hörempfinden geprägt hat. Vielleicht auch noch andere Sachen, aber so meine eigene Entwicklung als Leitfaden. Nicht, dass es für die Welt sonderlich relevant wäre, aber für mich ist es ein schöner Zeitvertreib während der belastenden Therapie. Bin mal gespannt.

Donnerstag, 7. April 2011

Diskussionen

Ich mag nicht diskutieren mit Leuten die nicht diskutieren wollen, sondern eine Diskussion gewinnen wollen.

"Gewinnen" ist ohnehin komplett überbewertet finde ich. Ansporn sollte immer sein SICH zu übertreffen, nicht andere. Andere sind als subjektiver Vergleichsmaßstab irrelevant.

Klar funktionieren Wettbewerbe danach, Leistungen zu vergleichen. Objektiv. Ein Weitsprung-Wettbewerb mit 23 Teilnehmern und davon sind dann 23 "Gewinner" ist Blödsinn. Bringt keiner Sau was. Es gibt genau einen Gewinner, und das ist der mit der objektiv größten Leistung, sprich der am weitesten gesprungen ist.

Es ist ein immens großer Unterschied ob ich als Teilnehmer an einem Wettbewerb ANDERE übertreffen will, oder MICH. Und wenn ich meine Bestleistung gesteigert habe, aber immer noch letzter bin, dann bin ich verdammt noch eins letzter. Pech für mich - muss ich mit leben. Entweder habe ich nicht gut genug an mir gearbeitet, dann bin ich ja selber schuld, oder ich habe einfach nicht die Voraussetzungen, das Talent oder was auch immer dafür, ganz oben mitmischen zu können. Muss ich lernen damit zu leben. Gibt schlimmeres.

Ich will nicht mit Leuten diskutieren, die eine Diskussion gewinnen wollen.

Wenn ich diskutiere, dann will ich meine Meinung an der Welt messen. Ich tu meine Meinung kund, lege meine Argumente offen und schaue und höre was andere darauf antworten. Ich kann da nur gewinnen:

1.) Ich muss sowohl meine Meinung als auch meine Argumente formulieren. Und dabei durchdenken, reflektieren. In diesem Prozess kann mir aufallen, ob es tatsächlich auch meine Meinung ist, oder ob ich Fremdmeinung kritiklos nachplappere.

2.) Ich höre anderen zu. Oft fällt das nicht leicht, denn oft denken andere eben anders. Das bereichert meist. Ich lerne zuzuhören und zu verstehen. Ich öffne meinen Geist eine Weile für eine andere Perspektive.

Das "Ergebnis" einer Diskussion ist dabei egal. Das einzige Ergebnis sollte sein, dass sich die Diskutanten bereichert haben. Und wenn nach einer Diskussion die Fronten nach wie vor hart wie Beton sind, dann ist es eben so! Die Welt ist groß genughttp://www.blogger.com/img/blank.gif, dass sie mehrere konträre Ansichten beinhalten kann.


Anlass - Fukushima. Ganz furchtbare Diskussionen und Artikel gelesen. Die meisten davon waren NIEMALS an der Sache interessiert, sondern dienten als Vehikel für eine eigene Agenda. Oder eben um sich wieder mal zu zeigen und gesehen zu werden.
Die einzig sachliche Darstellung fand ich interessanter weise auf dem Physikblog.

Furchtbar finde ich Lagerkämpfe. Keine Seite ist je damit beschäftigt zu diskutieren, sondern immer nur die Diskussion zu gewinnen! Man könnte ja die andere, so verhasste Seite verstehen, zumindest teilweise. PFUI! Die anderen sind böse. Die anderen sind dumm. Ist wie bei Religionen oder Fussballvereinen. Keiner weiss warum, aber die anderen sind dumm und gehören vom Antlitz dieser Erde getilgt.

Der Umgang mit Fakten und Schlussfolgerungen daraus sind natürlich eine andere Geschichte als die reine Darstellung. Aber auch hier tut es gut sachlich zu bleiben.

Emotionen sind eine feine Sache und sie haben großen Platz in unserem Leben. Und wir sind nie ohne. Und manchmal muss man sie eben auch im Zaum halten um sachlich zu bleiben, uns die Birne nicht vernebeln zu lassen.

Emotionen und Glaubenssätze verursachen ziemlich viel Leid und Mist. Ganz abschaffen wäre recht radikal und vermutlich (ausser, dass es komplett unrealistisch ist) auch ganz und gar nicht "gut". Aber man kann doch hier und da mal reduzieren...

Baaaahhh.... RAGE!

Mittwoch, 2. Februar 2011

Be water...

Wasser beschäftigt mich (wen nicht?) schon eine Weile.

In letzter Zeit wieder mehr. Heute trat es massiver auf, in witziger Kombination. Heute wurde ich stationär ins Krankenhaus aufgenommen, gestern abend noch einen "4-Elemente-Test" gemacht und sowas von unbalaciert auf der Wasser-Seite gewesen... Dann nimmt mich im KH eine Verwaltungsangestellte namens "Wasser" auf. Als ich meine Unterlagen aus meiner Tasche zog, sah ich meine DVDs drin die ich mitgenommen habe - Avatar, der Herr der Elemente, Buch 1 - Wasser...

*blubb*

Mittwoch, 7. Juli 2010

Faith, Love, Hope

Ich hatte heute auf dem Rückweg vom Arzt eine interessante Begegnung mit meinem ehemaligen Chef/Mentor. Er hat eine lebensgefährliche Erkrankung und wirklich belastende Behandlungen hinter sich. Auch viele Rückschläge und Komplikationen. Aber er lebt heute immer noch, ist besser drauf denn je und egal was kommen wird - auch das wird er mit einem Lächeln meistern. Ärzte würden sagen, er habe eine "positive Einstellung".

Was dahinter steckt ist schlicht: Glaube.

Nicht Glaube im religiösen oder esoterischen Sinne. Es ist einfach nur der Glaube an irgendwas. Sich selber, die Ärzte, die Zukunft...

Ist Zweifel und Skepsis der Antagonist zu Glaube? Nein. Es ist die Angst.

Glaube erfordert den Mut sich einer Armee unbekannter Größe und Bewaffnung mit nichts als einem Lächeln auf den Lippen entgegenzustellen.

Will ich auch.

Mittwoch, 29. April 2009

Trial of tears

Nach ihrem unglaublichen Durchbruch mit dem Album "Awake" war der Hype um Dream Theater ausgebrochen. Es war in der "Szene" in der ich damals unterwegs war, mehr als schick DT zu hören. Die waren einfach "progressive" und abgefahren. Sie spielten virtuos und kompliziert und alles was sie machten war "unspielbar". Es erinnerte mich an irgendwelche Wettrennen und so - es ging um die sportliche Leistung der Band, die körperliche Anstrengung, die Geschwindigkeit und Präzision ihres Spiels, die Anzahl der Noten pro Sekunde, die abgefahreren ungeraden Taktarten und all den Kram. "Boy's Toys" eben. Wie beim Quartettspielen; "meine Band spielt 13/8-Takte über 7/4-Polyrhytmik" - "sticht!".

Die Musik dahinter, die Emotionen, die Bilder, die Stimmungen, die Aussagen, die Erfahrungen, die "Lebens-Essenz", die gute Musik immer transportiert und die in einem resoniert waren völlig belanglos für die meisten. Das zählt nicht, das ist nicht greifbar, zählbar, messbar, vergleichbar. Ästhetik, Schönheit, Wahrheit, Anmut, Kraft - alles Unfug. Und das verunsicherte mich doch sehr. Denn darum ging es doch eigentlich bei Musik. ODER?

Jedenfall brachten sie dann "Falling into infinity" raus. Ein Album, das bei den Fans ziemlich durchfiel. "Kommerziell", "zu brav", "nicht abgefahrenen", "zu melodiös" und all' so Zeug. Nun denn - ich war hin und weg von diesem Album, in dem DT endlich die Frickelei um ihrer selbst Willen bstreiften und ihre Virtuosität in den Dienst der höheren Sache zu stellen begannen. Sie wurden erwachsen, brachten Reife, Einsicht, Ruhe, tiefe Kraft und all' diese Dinge ein, die sie seitdem auszeichnen. Besonders ein Lied hatte es mir dabei angetan, das mich auch heute noch mitreisst. Zumindest ein Teil davon trägt mich immer wieder so weit fort vom "HIER" und öffnet mir Horizonte. Das resoniert wie Sau in mir. Musikalisch. Aber auch textlich. Ich packe hier mal den ganzen Text rein und markiere die "Hammer-Stelle" fett.



I. It's Raining

Under the sun, there is nothing to hide
Under the moon, a stranger waits inside
People disappear
The music fades away
Splashing through the rain
I'll dream with them one day
It's raining, raining,
On the streets of New York City
It's raining, raining, raining, deep in heaven

I may have wasted all those years
They're not worth their time in tears
I may have spent too long in darkness
In the warmth of my fears

Take a look at yourself
Not at anyone else
And tell me what you see
I know the air is cold
I know the streets are cruel
But I'll enjoy the ride today

It's raining, raining,
On the streets of New York City
It's raining, raining, raining deep in heaven
Raining deep in heaven

I may have wasted all those years
They're not worth their time in tears
I may have spent too long in darkness
In the warmth of my fears

As I walk through all my myths
Rising and sinking like the waves
With my thoughts wrapped around me
Through a trial of tears


Hidden by disguise, stumbling in a world
Feeling uninspired, he gets into his car
Not within his eyes to see, open up, open up
Not much better than the man you hate

II. Deep in Heaven

[instrumental]

III. The Wasteland

Still awake
I continue to move along
Cultivating my own nonsense
Welcome to the wasteland
Where you'll find ashes, nothing but ashes
Still awake
Bringing change, bringing movement, bringing life
A silent prayer thrown away,
Disappearing in the air
Rising, sinking, raining deep inside me
Nowhere to turn,
I look for a way back home